Digitalisierung und Umweltschutz?

Klimaschutz als eins der aktuellsten Themen beschäftigt auch uns bei SC Lötters. Heute möchte ich Digitalisierung im Zusammenhang mit Klimaschutz einmal genauer unter die Lupe nehmen. Wie hängen die Themen zusammen, oder eben auch nicht?

Eigentlich scheint es doch genial: wir machen jetzt alles über unsere Smartphones und Laptops. Dadurch sparen wir doch eine Menge Papier. Anstelle des gedruckten Tickets haben wir Online-Tickets, Bücher lesen wir auf dem eReader oder Handy, also brauchen wir auch diese nicht mit in gedruckter Form. Und anstelle von Briefen gibt es heute immer mehr E-Mails. Das sind nur einige wenige Beispiele von dem, was jetzt digital und nicht mehr analog läuft.

Bessere Umweltbilanz?

Hört sich doch echt gut an? Dachte ich auch, aber tatsächlich ist die Umweltbilanz eines eBooks gar nicht so grandios. Angeblich ist die Bilanz erst nach dem Lesen von 30 eBooks besser, als die auf Papier gedruckte Variante. Für Leute, die gerne Lesen ist das also auf jeden Fall eine Überlegung wert. Weitere Vorteile sind natürlich die niedrigeren Preise der eBooks und das leichte Gewicht eines eReaders. Auch die Bildschirmbeleuchtung ist praktisch, vor allem für Nachteulen, aber natürlich wird das Gefühl beim Lesen eines eReaders niemals das gleiche sein wie bei einem echten Buch.

Alles Online zu erledigen kostet eine Menge an Energie und je mehr Digitalgeräte es gibt, desto mehr Rechenzentren müssen gebaut werden. Die Energie ist in vielen Fällen noch nicht mal grün. Und wir verbrauchen eine ganze Menge davon.

Auch die Produktion der Hardware, die immer schneller neugekauft wird, kostet Energie. Außerdem werden für Computer und Smartphones zum Beispiel seltene Metalle benötigt. Diese Ressourcen sind begrenzt, weshalb das Recycling alter Endgeräte wichtig ist. Leider landet immer weniger Elektroschrott auf dem Wertstoffhof, sondern im Hausmüll.

Big Player wie Apple versuchen immer grüner zu werden, so recyceln sie immer mehr und auch Google setzt auf erneuerbare Energie, um die Umweltbilanz zu verbessern.

Das Internet und die Digitalisierung geben uns viele Möglichkeiten, aber nicht immer ist das so gut für unsere Umwelt. Zum Beispiel treibt das praktische Onlineshopping viele dazu, aus Langeweile zu shoppen. Transport zum Kunden ist auch nicht gerade umweltschonend, auch wenn man schon deutlich mehr Postautos im Elektromodus sieht. Was an Retouren anfällt, muss zurücktransportiert werden und wird dann ziemlich häufig vernichtet. Von Nachhaltigkeit kann da keine Rede sein.

KI für eine grüne Zukunft

Ein Hoffnungsträger für den Umweltschutz ist KI. Dieses kontrovers diskutierte Thema spielt auch für die Klimarettung eine Rolle, zumindest für die Zukunft. KI kann zum Beispiel die Lebensmittelverschwendung reduzieren, indem sie Vorhersagen zum Kaufverhalten der Kunden trifft. Obwohl KI im Umweltschutz in vielen Aspekten noch in den Kinderschuhen steckt, besteht doch die Möglichkeit, dass in einigen Jahren möglichst umweltschonend die Meere vom Plastik befreit werden können, dank Künstlicher Intelligenz. Ein weiteres Beispiel, für eine grüne Idee im Zusammenhang mit der Digitalisierung, ist die Suchmaschine „Ecosia“. Für ungefähr 45 Suchanfragen pflanzt Ecosia einen Baum. Also mal ganz nebenbei was für unseren ökologischen Fußabdruck tun.

Es ist eben nicht alles schwarz oder weiß, wichtig ist aber, dass wir alle versuchen mehr für den Klimaschutz zu tun. Und wenn sich eine ökologisch sinnvolle Alternative zu bestimmten Dienstleistern und Produkten anbietet, sollten wir möglichst darauf zurückzugreifen. Diese beiden Thematiken sind mehrschichtig und wirklich vielseitig, was es zu beachten gilt. Als kleine Aufforderung kann ich nur mitgeben: Versucht alle ein bisschen unsere Welt zu retten. Falls Ihr euch damit noch nicht so gut auskennt, gibt es (dank der Digitalisierung) eine Fülle an Inhalten und Informationen dazu im Internet. Viele  Leuten haben sich intensiv mit verschiedenen Aspekten des Umweltschutzes beschäftigt und wir sind in der Lage, durch wenige Klicks einiges dazu zulernen.

Anna Röttger, Praktikantin