Ehrlicher Umgang mit Daten – keine Speicherung ohne Zustimmung

Die regionale Suchmaschine auskunft.de braucht keine Datenleitplanken: Sie lässt ihre Nutzer über Freigabe der Daten entscheiden. Fabian Brüssel präsentiert die noch ungewöhnliche Idee: „Daten gegen Geld“ auf der 34. Ideenbörse in Bonn.

 

Bonn, 13.9.2018 „Bevor wir eine Suchanfrage beantworten, fragen wir aktiv nach der Freigabe des jeweiligen Standortes, um das Suchangebot verfeinern zu können“, beginnt Fabian Brüssel, Geschäftsführer bei Alpha9 Marketing GmbH&Co. KG, Betreiber des Portals auskunft.de. Die Suchmaschine, die sich auf regionale Suchanfragen für KMU’s spezialisiert hat, beantwortet regelmäßig mehr als 7 Millionen Anfragen im Monat. „Wir verstehen uns als Google für regionale Suchanfragen“, so Brüssel weiter, „arbeiten aber ganz klar nach deutschem Datenschutzrecht. Deshalb speichern wir keine Daten, ohne die Nutzer der Suchmaschine um Erlaubnis zu fragen.“

Eine Frage auf der 34. Ideenbörse im Podium49 lautete: Warum eine Suchmaschine speziell für regionale Suchanfragen? „Weil wir in den Regionen unseren Fokus haben. Wir wissen schlichtweg mehr über die klein- und mittelständischen Anbieter in den Städten und Gemeinden als Google. Und dieses Wissen bündeln wir auf auskunft.de“, erläuterte Brüssel. Im Ergebnis hat jeder, der auf auskunft.de sucht, einen genaueren Blick auf die Angebote seiner Umgebung und damit eine verbesserte Auswahl. Er weiß mehr über die Anbieter und das nach einem Click.

Während die Bundesregierung sich jetzt für Leitplanken für die Digitalwirtschaft starkmacht, geht auskunft.de konsequent einen ganz anderen Weg: Kein automatisches Tracken im Hintergrund; jede Form der Datenspeicherung wird klar kommuniziert und ist vor allen Dingen datenschutzkonform. Durchgängige Transparenz ist den Datenexperten aus Bonn wichtig. „Wir arbeiten also schon lange innerhalb solcher Datenschranken, die aktuell von der Bundesregierung gefordert werden“, betont Brüssel, „und ganz sicher erfassen wir bei deaktiviertem Standortverlauf keine Standortdaten.“ Ganz im Gegensatz zu Google: Hier lässt sich die Speicherung von Standortdaten selbst dann offenbar nicht verhindern, wenn man sie bewusst deaktiviert.

Um das Angebot kontinuierlich verbessern zu können, arbeitet man natürlich auch bei auskunft.de mit den Daten der Nutzer, aber eben nicht ohne deren Zustimmung. Daten haben ihren Wert, und um diesen Wert weiß das Team von Fabian Brüssel. Deshalb arbeiten die Bonner auch an einer Erweiterung des Angebots: Kunden sollen Bewertungen, Kommentare abgeben und Fotos von den Anbietern hochladen können, die sie besucht haben. Und genau hierfür sollen sie entlohnt werden. „Daten gegen Geld, ein faires Geschäft! Uns helfen die Informationen der Nutzer, unser Angebot zu verbessern und unsere Kunden unterstützen sie darin, sich stärker am Markt vom Mitbewerber abzusetzen. Zu guter letzt verdienen die User nebenbei noch etwas“, erklärt der Digitalexperte die Win-win-win-Situation. Ehrliche Kundenstimmen statt Fake-News zum Wohle der Anbieter und der Kunden, so das Ziel. Um das zu gewährleisten, soll bei den Bewertungen auf einen Blick erkennbar sein, ob es sich um den Kommentar eines Stammkunden oder eines einmaligen Besuchers handelt.

Das Fazit auf der 34. Ideenbörse lautete: Die Daten der Nutzer haben einen Wert und dafür sollen sie entlohnt werden.