Online-Shopping – Bequem bis vor die Haustür

80% der Deutschen machen es regelmäßig – Online-Shopping. Die Vorteile sind vielseitig, doch wie steht es um die Negativauswirkungen?

Bequem und unkompliziert, so empfinden viele das Online-Shopping. Selbst am Sonntag können wir ganz entspannt von der Couch aus bestellen und dazu gibt es auch noch eine riesige Auswahl an diversen Online-Shops, bei denen wir fleißig Preise vergleichen können. Zack, ein paar Zahlen eingegeben und in zwei Tagen befinden sich die Pakete in unserem Besitz. Soweit so gut, aber mal ehrlich: Irgendwie ist das nicht das gleiche wie eine Shoppingtour mit den Mädels.

Anstatt ein Erlebnis aus dem Einkaufengehen zu machen, klicken wir ein paar Mal mit unserer Maus. Das Glücksgefühl beim richtigen Einkaufen ist doch irgendwie größer. Wir konnten die Kleidung schon mit unseren Sinnen wahrnehmen. Sehen, wie der Pulli sitzt und schnell erkennen, dass das Kleid unschöne Falten wirft. Wir konnten den Stoff berühren und uns vorstellen, das Kleidungsstück bei einem bestimmten Event zu tragen. Oder aber auch merken, dass diese Hose nicht so gut aussieht, wie wir es uns vorgestellt haben. Für manche Leute ist Shopping eine anstrengende Notwendigkeit, für andere ist es ein Anlass zur Freude und manchmal eine gute Gelegenheit sich mit Bekannten zu treffen.

Überall gibt es Vor- und Nachteile

Ich kann aber auch wirklich gut nachvollziehen, warum Online-Shopping sich so großer Beliebtheit erfreut. Die Art des Einkaufens ist stressfrei und simpel. Besonders praktisch empfinde ich vor allem Kundenrezensionen zu verschiedenen Produkten, die einen vor möglichen Fehlkäufen bewahren können.

Im Normalfall weiß ich eigentlich was ich kaufen möchte, die Beratung durch eine Fachkraft im Einzelhandel empfinde ich daher häufig als nicht nötig, aber vielleicht ist das nur bei mir so. Die Rezensionen anderer Kunden beim Online-Shopping hingegen sind für mich äußerst praktisch, da ich meine Bestellung vorher nicht ansehen und anfassen kann. Im stationären Handel ist das kein Problem. Und obwohl der Onlinehandel noch so praktisch ist, wie gut ist denn bitte das Gefühl, nach dem Einkaufen etwas nach Hause zu bringen und nicht erst noch weitere Tage warten zu müssen?

Die Umweltbilanz

Auch die katastrophalen Folgen für die Umwelt bedenken nur wenige. Der Transport zum Kunden (am besten noch via Expresssendung), der Transport zu einer Postfiliale, da keiner Zuhause war (auch nicht bei den Nachbarn), die Retoure, da dem Kunden etwas nicht gefallen hat, oder weil man zwei Paar Schuhe zusätzlich in einer anderen Größe bestellt hat, falls sie doch anders ausfallen als gewohnt. Dann noch der ganze Verpackungsmüll. Ganz ohne ist das nicht. Oder um es ungeschönt zu sagen: Das ist eine ziemlich heftige Belastung für unsere Umwelt. Fairerweise muss man dazu aber anmerken, dass auch im stationären Handel nichts Gutes für die Umwelt getan wird. Klimatisierung der Läden, Anlieferung der Ware und Ein- und Auspacken eben dieser, auch hier findet eine starke Umweltbelastung statt.

Bedingt durch Internethandel kommt es zu immer mehr Leerstand in Geschäften, da der stationäre- vom Onlinehandel abgelöst wird, daraus resultieren weniger Jobs für Personen im Einzelhandel. Das ist eigentlich eine logische Schlussfolgerung aus den Entwicklungen in unserer Gesellschaft. Der Einzelhandel muss versuchen, den Onlinehandel irgendwie für sich zu nutzen, denn von Onlinebestellungen werden wir nicht einfach wieder abspringen.

Was sind die Alternativen?

Es gibt tatsächlich verschiedene Konzepte, bei denen beiden Arten des Shoppings verbunden werden, ein Beispiel hierfür ist Click&Collect, wobei online bestellt und „offline“ im Laden abgeholt wird. Dieses Konzept funktioniert auch in die andere Richtung, dabei wird im Laden bestellt und nach Hause geliefert. Auch das Showroom-Konzept gibt es, wobei der Laden als eine Art Präsentations- und Beratungsfläche dient, die Ware aber online bestellt und bezahlt wird.

Was können wir tun?

Dieses Thema ist mal wieder ein zweischneidiges Schwert und jeder hat seine Shopping-Vorlieben, was auch wirklich okay ist. Vielleicht sollten wir uns nur einfach weniger oft zu verrückten Spontankäufen hinreißen lassen und stattdessen das kaufen, was wir wirklich brauchen und wirklich wollen. Auf diese Weise tun wir etwas für unser Portemonnaie, unseren Kleiderschrank (und weitere Stauflächen Zuhause) und für unsere Umwelt.

Anna Röttger, Praktikantin