Künstliche Intelligenz Teil 1 – Social Bots und das Vertrauen, das wir ihnen entgegenbringen

„Die Gefahr der Künstlichen Intelligenz liegt nicht darin, dass Maschinen mehr und mehr wie Menschen denken, sondern dass Menschen mehr und mehr wie Maschinen denken“, sagte Joseph Weizenbaum, Erfinder des 1966 entwickelten Chatbots Eliza, einst. Eliza, das ist so etwas wie der Vorläufer – oder die Mutter – von Alexa oder Siri.

Ich bewerbe mich bei einer Maschine

Chatbots basieren auf Algorithmen, die das Leben vereinfachen sollen. Auch Unternehmen nutzen sie für sich und ihre Kunden. Das kann einerseits ein Chatbot sein, der Fragen auf der Unternehmenswebsite beantwortet, das kann aber auch andererseits ein Chatbot sein, der Kandidaten für Bewerbungsgespräche in einer Art Vorrundengespräch filtert.

Die Erstellung eines Persönlichkeitsprofils ist dabei für diese Bots nichts Neues. Man erlebt es täglich in den sozialen Medien: Als User liket man Beiträge oder schaut sich Videos an und schon bekommt man per Algorithmus ähnliche Inhalte gezeigt. Die nächste Stufe sind Social Bots, die wie reale Personen agieren und kommunizieren und so – passend zu Weizenbaums Zitat – Meinungen vorgeben.

Ich fühle, also bin ich (k)eine Maschine

Mittlerweile wird an Emotionsmessung durch Künstliche Intelligenz gearbeitet. Das heißt, das KI (Künstliche Intelligenz) bald Stimmungen und Gefühle heraushören oder aus unserer Mimik ablesen kann. In einem Bewerbungsgespräch könnte das von Nutzen sein, es macht fast einen menschlichen Gesprächspartner seitens des Unternehmens überflüssig. Die Frage nach dem Vertrauen gegenüber KI wird jedoch sehr durchwachsen beantwortet. Bei einer Befragung der Initiative „Snapshot from the chiefs of marketing“ gab die Hälfte der Teilnehmer/innen an, dass der Einfluss von KI auf Marketing kein Problem sei. Kunden würden sich gern von Künstlicher Intelligenz analysieren lassen, wenn sie einen Nutzen davon haben. Ein Drittel dagegen zeigte sich skeptisch, da es gerade bei der Emotionsmessung um sensible Daten geht.

Ich bin kreativ, also keine Maschine

Auf den Medientagen in München reagierte Jung-von-Matt Gründer Jean-Remy von Matt jedoch entspannt auf das Thema KI. Technologie sei einholbar. Selbst wenn alle innovativen Technologien irgendwann Standard wären, würde das wichtige Schlüsselelement „Kreativität“ die entscheidende Rolle spielen. Das sei schon immer so gewesen. Es werde der Punkt kommen, an dem es wieder mehr um Inhalte statt um Technologie geht. Sein Fazit: „Erfinden Sie einzigartige Ideen, die kein Algorithmus generieren kann“.